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Warum der Igel Weihnachten verschläft

Naturerlebnis: Kinder lernten spielerisch die Tierwelt kennen

Lorsch. Als Naturforscher konnten sich Kinder beim Mütter- und Familienzentrum (Mütze) in Lorsch betätigen. Die Diplom-Biologin Beate Löffelholz brachte zehn Kindern im Alter von fünf bis acht Jahren die Natur im Winter spielerisch näher.

"Was macht ein Igel im Winter?", fragten sich die Kinder. "Schlafen", wussten schon viele. Um das Leben des Igels nun richtig nachvollziehen zu können, machten die kleinen Naturforscher einen Laubhaufen, in den sie einen Stofftier-Igel legten, damit er seinen Winterschlaf halten kann. "Warum aber muss der Igel im Winter schlafen und so den Weihnachtsbaum verpassen?" Dieser Frage näherten sich die Forscher dadurch, dass sie gemeinsam mit der Biologin überlegten, was Igel denn so essen. Regenwürmer, Schnecken, Spinnen, Tausendfüßler und ähnliche Tiere sind die Nahrung von Igeln. Und da diese Tiere im Winter auch nicht so einfach zu finden sind, muss sich der Igel vor dem Winter kugelrund fressen und dann bis zum Frühling schlafen.

Auf diese spielerische Weise forschten die Kinder weiter in der Natur auf dem Gelände des Mütter- und Familienzentrums. Sie lernten dabei, dass die Igel-Kinder auch Milchzähne haben, genau wie die Menschen-Kinder. Dass Igel nicht gut sehen können, dafür aber umso besser riechen können, lernten die Naturforscher ebenfalls. Selbst wenn der Igel sich mit seinem Ringmuskel zusammenrollt, schaut die Nase noch raus, damit er sich über die Gerüche orientieren kann. Wo der Ringmuskel genau sitzt, wurde den Naturforschern an einer Igel-Stoff-Handpuppe deutlich, mit deren Hilfe Beate Löffelholz das Tier erklärte. Wie gut der eigene, menschliche Geruchssinn ist, stellten die Kinder dann bei einem Duft-Spiel fest.

Auch das Eichhörnchen, das alle Naturforscher schon einmal in der Natur gesehen hatten, war ein Tier, das sie an diesem Nachmittag näher betrachteten. "Wie fühlt sich ein Eichhörnchen im Winter?", wollten die Kinder herausfinden und spielten selbst Eichhörnchen. Sie versteckten Nüsse, machten einen kurzen Winterschlaf, erwachten hungrig und versuchten, ihre versteckten Nüsse unter den Blättern und auf Bäumen wieder zu finden.

Das Wiederfinden war nach dem Schlaf gar nicht mehr so einfach. Und die jungen Forscher wussten später ziemlich genau, wie es für ein Eichhörnchen sein muss, wenn es im Winter kalt wird und wie es sich anfühlt, wenn es zu laut ist in der Umgebung. Durch Tierrätsel und Naturspiele lernten die Kinder viel über die Natur in ihrer Umgebung, ohne dabei tatsächlich "lernen" zu müssen. Das Wissen kam einfach so - mit viel Spaß beim Spielen. ho

 

 

Bergsträßer Anzeiger
4. Dezember 2008

 

 

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