Aus dem "Garten" wird eine "Krippe"

FLOHKISTE: Mütter- und Familienzentrum erweitert das Kinderbetreuungsangebot / Startschuss nach den Ferien



Lorsch. Das Angebot an Kindergartenplätzen ist in Lorsch mittlerweile recht groß. Nicht ganz so gut steht es mit Krippenplätzen für Kinder von eins bis drei (manchmal auch vier) Jahren. Das hat das Mütter- und Familienzentrum ("Mütze") aufgegriffen und den eigenen Kindergarten "Flohkiste" im "Spielhaus Regenbogen" in der Wilhelm-Leuschner-Straße auslaufen lassen. Dafür bietet der Verein jetzt eine Kinderkrippe, die aber den Namen "Flohkiste" behalten soll, weil er in Lorsch bekannt ist.

Montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr werden dort bis zu 15 Kleinkinder von dem fünfköpfigen Team um Erzieherin Katharina Klostermann betreut. Ein Mittagessen und anschließende Mittagsruhe sind inbegriffen. Offen sei noch, so Katharina Klostermann, ob auch gemeinsam gefrühstückt werde. Eventuell werde das Team dieses Angebot nur für die etwas älteren Kinder machen. Den Kleinen wird zwar kein Fläschchen gereicht, sie bekommen aber kindgerechte Schnabeltassen, um zu trinken.

Für die pädagogische Betreuung der Kleinen gibt es ein besonderes Konzept. Sie werden auf den nahtlosen Übergang in einen Regelkindergarten vorbereitet. Neu am "Mütze"-Konzept ist, dass Kinder nicht nach Schuljahren angemeldet werden können, sondern immer dann, wenn sie Geburtstag haben und wenigstens ein Jahr alt sind. Sie können auch sofort nach Vollendung des dritten Lebensjahres die Kinderkrippe wieder verlassen.

Das neue Konzept verlangt auch eine neue Aufteilung der Räumlichkeiten und zum Teil andere Möbel, Spielsachen oder auch Bücher. Zurzeit arbeitet ein Team von Müttern, Vätern und Kindern an der Renovierung der beiden zur Verfügung stehenden Räume in der Wilhelm-Leuschner-Straße. Da mussten Möbel und Spielsachen durchgesehen und teilweise aussortiert werden weil das eine oder andere Stück fehlte oder die Sachen für die neue Kindergruppe nicht geeignet erscheinen. Da musste das Mobiliar neu zusammengestellt, teilweise neu gekauft werden und einiges andere mehr ist zu machen.

Die Räume wurden neu gestrichen, aufgeteilt in Spielraum und Ruheraum. Die Installationsarbeiten sind an einen örtlichen Handwerker vergeben worden, berichtete Birgit Munz, die Vorsitzende der Mütze, jetzt bei einem Besuch eines Mitarbeiters unserer Redaktion. An drei Tagen in der Woche kann auch der Flur des Gebäudes genutzt werden. An den anderen Tagen spielen und turnen dort die Kinder des privaten Kindergartens "Dachwichtel", die im Obergeschoss des gleichen Hauses untergebracht sind.

Interessierte Eltern könnten ihre Kinder im "Mütze"-Büro in der Schulstraße 25 anmelden (Telefon: 06251/587369). Ihre Arbeit aufnehmen wird die Krippe nach den Sommerferien mit sechs Kindern, die bereits angemeldet sind. Bis Weihnachten erhöht sich die Zahl der Anmeldungen auf elf. Katharina Klostermann ist nicht traurig, mit "nur" sechs Kindern zu beginnen. Es werde sicher eine gewisse Zeit dauern, bis sich die Kleinen eingewöhnt hätten. Danach sei es leichter, Neuzugänge zu integrieren. ml

Bergsträßer Anzeiger
13. August 2007